Westfrankreich

Saintonge – Poitou – Anjou

vom 13. bis 22. Oktober 2018 mit Dr. Michael Groß

Die Landschaften Westfrankreichs sind ein Eldorado für Freunde der romanischen Kunst. Die Qualität und Üppigkeit der Architektur, Skulpturen und Wandmalereien finden in Europa kaum Vergleichbares. Ausgehend vom Aquitanischen Becken erstreckt sich die Reise über die geographisch nicht klar abgegrenzten Landschaften der Saintonge und des Poitou bis hinauf zum Becken der Loire. Insbesondere das Poitou hat gegenüber den anderen großen Regionen der Romanik in Frankreich eine eigenständige Schule hervorgebracht, deren auffälligstes Merkmal der stimmungsvolle Bautypus der Hallenkirche ist. Zahlreiche üppig dekorierte Schaufassaden spiegeln den Stolz des 12. Jahrhunderts wieder. St-Savin-sur-Gartempe überrascht mit dem umfangreichsten Zyklus romanischer Fresken in Frankreich. Auch geizen die Regionen nicht mit Reizen der Natur wie der Atlantikküste, Sandstränden, abwechslungsreichen Kalksteinlandschaften und lieblichen Flusstälern. Pittoreske Dörfer und Städte, besondere Reblagen und kulinarische Genüsse dürfen selbstverständlich erwartet werden.

1. Tag           

Moissac – Saintes

Individueller Flug nach Toulouse. Treffpunkt am Flughafen um 14.00 Uhr. Gemeinsame Fahrt mit dem Bus nach Saintes. Unterwegs Besichtigung des eindrucksvollen von Cluny erneuerten Klosters Moissac mit romanischem Weltgerichtsportal und einem der schönsten Kreuzgänge der Romanik. Dieser entstand um 1100 und weist zahlreiche Figurenkapitelle auf. Vier Übernachtungen in einem angenehmen Hotel in der Gegend von Saintes.                                                                             

2. Tag       

Saintes – Cognac

Saintes war einst in der Antike neben Bordeaux und Périgueux die wichtigste Stadt im südwestgallischen Raum, im Mittelalter war sie eine wichtige Pilgerstation auf dem Weg nach Santiago. Besuch der Altstadt mit ihren Kirchen und den römischen Monumenten. Wir sehen das große Amphitheater, den Germanicus-Bogen und das Archäologische Museum. Unter den Kirchen ist vor allem St-Eutrope mit der gewaltigen Krypta und dem Chor aus der Blütezeit der Cluniazenser beeindruckend. Am Nachmittag Ausflug entlang der Charante nach Cognac und Besuch einer der Kellereien, wo wir mit der Tradition und Verarbeitungsweise des beliebten Getränks bekannt gemacht werden.  

 

3. Tag                                  

Zu den romanischen Kirchen der Region

Im näheren Umkreis von Saintes zählt man heute noch mehr als 200 romanische Kirchen. Die Saintonge ist damit die an romanischen Bauten reichste Region Europas. Auf einer Rundfahrt sehen wir einige der schönsten Beispiele. In Pons besuchen wir eines der wenigen am Weg nach Santiago erhaltenen Pilgerhospize. Bougneau zählt zu den ältesten Kirchen der Gegend und atmet noch den Geist antiker Bauten. Perignac begeistert durch das ungewöhnliche Skulpturenprogramm, Echebrune verzichtet dagegen auf jeden figuralen Schmuck, zeigt aber eine äußerst harmonische Gliederung. Eine der schönsten Fassaden der Saintonge finden wir in Chadenac, deren beherrschendes Thema der Kampf der Gewalten des Guten und des Bösen ist. In Talmont begeistert die großartige Lage der Kirche am Ufer der Gironde. Wie eine Gottesburg trotzt sie den Gewalten der Natur. Über Royan an der Girondemündung kehren wir zurück nach Saintes.       

 

4. Tag                                       

Il d'Oleron – La Rochelle – Aulnay

Am Vormittag durchstreifen wir die Il d'Oleron: Sie ist bekannt für ihre Austernzucht, weitere Wirtschaftszweige sind der Fischfang (Langusten!), der Wein- und Gemüseanbau (Spargel!) und die Salzgewinnung. Anschließend Weiterfahrt nach La Rochelle, der berühmten Seefestung der Hugenotten. Rundgang durch die Altstadt zum Rathaus und zum alten Hafen. Auf der Rückfahrt nach Saintes sehen wir ein weiteres Schmuckstück der Romanik: die Pilgerkirche St-Pierre. Sie gehört zu den herausragenden Erscheinungen der Romanik im Westen Frankreichs. Die Lage am Ortsrand inmitten der Stille eines Friedhofs ist noch so, wie sie die Pilger einst vorfanden. Darstellungen mit viel Selbstironie lassen sich hier, vor allem am herrlichen Archivoltenportal auf der Südseite, beobachten.  

 

5. Tag                                

Angoulême – Poitiers

Über einem hohen Kalkfelsen erhebt sich Angoulême, die Hauptstadt des Angoumois. Seit dem 14. Jahrhundert residierte hier eine Nebenlinie der Valois. Hier verbrachte auch die geistreiche "Marguerite des Marguerites", die Schwester Franz I. ihre Kindheits- und Jugendjahre. Prunkstück der Stadt ist die romanische Kathedrale, ein imposanter Kuppelbau nach dem Muster der Bauschule des Périgord. Die Fassade ist als gewaltige Schauwand konzipiert, die bis in den letzten Winkel mit Figuren geschmückt ist. Nach der Mittagspause Weiterfahrt nach Poitiers, der Hauptstadt des Poitou. Das hohe Mittelalter bescherte der Stadt eine glänzende, aber oft auch bewegte Geschichte. Nachdem die Grafen von Poitou mit dem Herzogtum Aquitanien belehnt wurden, wurde Poitiers eine bedeutende Residenzstadt. Die erhaltenen Baudenkmäler sind ebenso beeindruckend: das frühchristliche Baptisterium, St-Radegonde mit merowingischer Krypta, die siebenschiffige Kuppelkirche St-Hilaire-le-Grande und Notre-Dame-la-Grande mit großartiger Fassade. Drei Übernachtungen in einem hübschen Hotel in der Gegend von Poitiers.   

 

6. Tag                              

Im Tal der Gartempe: St-Savin – Montmorillon

Die Kirche St-Savin ist ein Prototyp der poitevinischen Romanik: eine dreischiffige Hallenkirche mit Tonnen- bzw. Kreuzgratgewölben. Von Anfang an ist wohl eine Ausmalung geplant gewesen, da keine Gurtbögen angelegt wurden. Die somit Anfang des 12. Jahrhunderts entstanden Fresken schlagen den Besucher in Bann sobald er die Kirche betritt. Thema des Narthex ist die Apokalypse, Altes und Neues Testament finden sich im Mittelschiff und auf der Empore. Auch die sonstige Ausstattung ist hochinteressant, so die Kapitelle und die fast ausnahmslos original romanischen Altäre. Nach der Mittagspause folgen wir dem "Tal der Fresken" nach Montmorillon und sehen dort die Krypta der Hl. Katharina in der Kirche Notre Dame.  

 

7. Tag                                       

Melle – Noirt – Parthenay

Melle, an einem der vier Hauptwege nach Santiago gelegen, besitzt noch drei Kirchen aus der Blütezeit. St-Hilaire mit seiner monumentalen Reiterstatue ist darunter die wichtigste. Zur Mittagspause erreichen wir die heimelige Altstadt von Noirt. Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist der mächtige Donjon, den Heinrich II., der Gatte Eleonores, errichten ließ. Sehenswert ist auch der große Markt von Noirt, der zu den bekanntesten und beliebtesten Frankreichs gehört. Parthenay lag an einer wichtigen Nebenstrecke der Via Touronensis nach Santiago. Erhalten blieben zahlreiche alte Fachwerkhäuser, die einst als Pilgerherbergen dienten. Wir spazieren durch die liebenswerte Altstadt und sehen die außerhalb der Stadt liegende Kirche St-Pierre in Parthenay-le-Vieux.                  

 

8. Tag                                   

St-Jouin-de-Marne – Chinon – Saumur

Unser erstes Ziel heute ist die ehemalige Abtei St-Jouin-de-Marnes. Die außergewöhnlich langgezogene Kirche gehört zu den wichtigsten romanischen Bauten des Poitou. Bereits Prosper Mérimée bemühte sich im 19. Jahrhundert um die Erhaltung dieses architektonischen Juwels. Die malerische Stadt Chinon liegt unterhalb der Burg, in der Jeanne d'Arc erstmals König Karl VII von ihrer Sendung überzeugen konnte. Die Gebäude der ehemaligen Abtei Fontefraud bilden trotz schwerer Zerstörungen während und nach der Französischen Revolution noch immer einen der umfangreichsten Klosterkomplexe Frankreichs. Besonderen Rang erhielt die Kirche dadurch, dass sie Grablege von Mitgliedern des englischen Königshauses der Plantagenet wurde. Weiterfahrt nach Saumur wo wir die letzten beiden Nächte in einem angenehmen Hotel verbringen.             

 

9.Tag                                         

Saumur – Cunault – Angers

Drei Bauwerke prägen den Stadtprospekt von Saumur, einen der schönsten an der Loire: dicht am Fluss der Doppelbau des Rathauses, der Vierungsturm der Kirche und das kastellartige Schloss auf einem felsigen Hügel. Die Kirche Notre Dame von Cunault liegt in einer herrlichen Uferlandschaft der Loire. Beeindruckend ist vor allem der Innenraum. In Angers gilt unsere ganze Aufmerksamkeit dem einzigartigen Teppichzyklus der Apokalypse und der Kathedrale.                  

 

10. Tag

Rückflug von Paris

Vormittags Fahrt nach Paris und individuelle Rückreise mit TGV/ICE oder Flug.

Ihr Reiseleiter:

Michael Groß wurde 1960 in München geboren. Nach dem Gymnasium folgte das Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Literatur in München, das er 1993 mit einer Arbeit über die italienische Frührenaissance abschloss. Als Reiseleiter ist er seit 1987 unterwegs, mit den Schwerpunkten Italien, Spanien, Frankreich und Britische Inseln. Neben der klassischen Studienreise führt er auch Wander- und Fahrradstudienreisen.

Die Tätigkeit des Studienreiseleiters ist Herrn Dr. Groß ans Herz gewachsen. Mit großer Begeisterung versteht er es, die europäische Kultur in ihren Zusammenhängen darzustellen und im lebendigen Rahmen einer Reise anschaulich zu machen. Schauen und Genießen – dieses Motto gilt jedoch für ihn nicht nur für die Kunst, sondern auch für die Schönheiten der Natur und die Freuden des Gaumens.

Reisepreis ab Toulouse und bis Paris                                   

bei Buchung bis 30.10.2017                     €     2 590                    Zuschlag Einzelzimmer                              €      350

bei Buchung ab 01.11.2017                      €     2 850                   

bei mehr als 11 Teilnehmern         abzgl. €     200

 

Der Reisepreis schließt folgende Leistungen ein:

·       9 Übernachtungen in den genannten oder gleichwertigen Hotels, Doppel- oder Einzelzimmer (wie gebucht) mit Bad und WC

·       Frühstück an allen Tagen

·       Halbpension (Mittag- oder Abendessen) an allen Tagen

·       Getränke bei den eingeschlossenen Essen

·       Qualifizierte Studienreiseleitung

·       Fahrten mit einem Bus entsprechend der Gruppengröße

·       Alle Eintrittsgelder für Besichtigungen wie im Programm beschrieben

·       Bedienungs- und Trinkgelder bei den eingeschlossenen Mahlzeiten und Besichtigungen

 

Nicht eingeschlossen sind persönliche Trinkgelder im Hotel und für den Busfahrer. Ebenfalls nicht eingeschlossen ist die Reise-Rücktrittskosten-Versicherung. Sollten Sie nicht über eine solche verfügen, raten wir Ihnen dringend dazu eine Reise-Rücktrittskosten-Versicherung ab zu schließen. Entsprechende Unterlagen erhalten Sie mit der Buchungsbestätigung.

 

Buchungen und Zahlungen:

Buchungen für diese Reise sind ausschließlich beim Veranstalter möglich. Nach Erhalt der Buchungsbestätigung und des Sicherungsscheines ist eine Anzahlung von € 300 fällig, die Restzahlung 3 Wochen vor Reisebeginn. Die Reiseunterlagen werden ca. 10 Tage vor Reisebeginn verschickt.

 

Reisevereinbarungen:

Es gelten die Reisevereinbarungen des Veranstalters MKN-AktivReisen GmbH, Bergmannstraße 3, 80339 München, die mit der Anmeldung anerkannt werden.

 

Teilnehmerzahl:          

Mindestens 6, höchstens 15 Personen

Bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl kann die Reise bis spätestens 3 Wochen vor Abreise von Seiten des Veranstalters abgesagt werden.

 

Stand der Ausschreibung:                         

September 2017 (Änderungen vorbehalten)